Im Garten steht ein Balkonkraftwerk auf einem Bodengestell, gehalten von Ballast oder von Ankern im Erdreich. Auf dem Gartenhaus liegt es wie auf einem kleinen Dach, an der Hauswand hängt es an gedübelten Wandhalterungen. Rechtlich bleibt es an allen drei Orten ein Steckersolargerät. Am Referenzstandort Berlin liefern 800 Wp im Garten mit 30 Grad nach Süden 810 kWh im Jahr, an der senkrechten Südwand 589.
Der Garten bietet die freieste Fläche des Grundstücks, die Wand den kürzesten Weg ins Haus. Beides hat einen Preis, den kein Datenblatt nennt: Im Garten werfen Zaun und Hecke Schatten, und ein Steckersolargerät ohne erreichbare Steckdose liefert gar nichts. An der Wand entscheidet die Himmelsrichtung über bis zu drei Viertel des Ertrags. Diese Seite rechnet beides durch. Wie ein Modul an einer Brüstung hält, steht in Halterung für das Balkonkraftwerk, Flachdach, Garagendach und Ziegeldach stehen in Balkonkraftwerk auf dem Flachdach. Beides wird hier nicht wiederholt.
Garten, Gartenhaus oder Hauswand: welche Montage zu welchem Ort passt
Der Ort entscheidet über das Befestigungsprinzip, und das Befestigungsprinzip entscheidet, wer montieren sollte. Die Tabelle fasst diese Seite zusammen; die Abschnitte darunter begründen jede Zeile.
| Ort | Befestigung | Bohren? | Wer montiert | Was vorher geklärt sein muss | Ertrag 800 Wp, Berlin |
|---|---|---|---|---|---|
| Garten, Bodengestell | Aufständerung mit Ballast oder Ankern im Erdreich | nein | der Betreiber, wenn die Montageanleitung des Geräts die Bodenmontage vorsieht | Herstellernachweis für diese Montageart, Schatten von Zaun und Hecke, Weg zur Steckdose | 810 kWh (30° Süd) |
| Gartenhaus, flaches Pultdach | Aufständerung mit Ballast, wie auf dem Flachdach | nein | wie im Garten | Tragfähigkeit des Gartenhausdachs, Steckdose im Gartenhaus | 742 kWh (10° Süd) |
| Gartenhaus, geneigtes Dach | Befestigung durch die Dachhaut in der Dachkonstruktion | ja | ein Fachbetrieb, der die Durchdringung abdichtet | wie oben, dazu die Dichtheit des Dachs | 799 kWh (25° Süd) |
| Hauswand, flach (90°) | Wandhalterung, gedübelt | ja | Fachbetrieb | tragender Untergrund, Dämmung, Zustimmung bei Miete oder Eigentümergemeinschaft | 589 kWh (Süd) · 419 (Ost) · 404 (West) |
| Hauswand, angestellt | Wandhalterung mit Aufstellwinkel | ja | Fachbetrieb | wie oben, dazu wie weit das Modul vor der Wand steht | 778 kWh (60° Süd) |
| Zum Vergleich: Balkonbrüstung | Klemm- oder Hakenhalterung | meist nein | siehe Halterung | Profilmaß, Windlast am Geländer | 589 kWh (90° Süd) |
Wie viel bringt ein Balkonkraftwerk im Garten, auf dem Gartenhaus und an der Wand?
Im Garten bis zu 39 Prozent mehr als an der senkrechten Südwand, auf dem Gartenhaus je nach Dachseite zwischen 15 Prozent weniger und 36 Prozent mehr, an einer Ost- oder Westwand knapp ein Drittel weniger. Die Werte sind ein Modell mit offengelegten Annahmen, kein Messwert: Referenzstandort Berlin, PVGIS 5.3 der Europäischen Kommission, Mittel der Jahre 2019 bis 2023, 14 Prozent Systemverluste, ein 800-VA-Wechselrichter. Standort und Zeitraum sind dieselben, mit denen der Rechner arbeitet; wie gerechnet wurde, steht am Ende dieser Seite.
| Montage | 800 Wp | gegenüber Südwand | 2.000 Wp nach Kappung |
|---|---|---|---|
| Hauswand, 90° Süd | 589 kWh | Referenz | 1.321 kWh |
| Hauswand, 90° Südost | 558 kWh | −5 % | 1.227 kWh |
| Hauswand, 90° Südwest | 535 kWh | −9 % | 1.203 kWh |
| Hauswand, 90° Ost | 419 kWh | −29 % | 950 kWh |
| Hauswand, 90° West | 404 kWh | −31 % | 939 kWh |
| Hauswand, 90° Nord | 152 kWh | −74 % | 380 kWh |
| Wandhalterung angestellt, 80° Süd | 670 kWh | +14 % | 1.444 kWh |
| Wandhalterung angestellt, 70° Süd | 732 kWh | +24 % | 1.531 kWh |
| Wandhalterung angestellt, 60° Süd | 778 kWh | +32 % | 1.595 kWh |
| Wandhalterung angestellt, 70° Ost | 534 kWh | −9 % | 1.164 kWh |
| Wandhalterung angestellt, 70° West | 513 kWh | −13 % | 1.152 kWh |
| Garten, 20° Süd | 784 kWh | +33 % | 1.662 kWh |
| Garten, 30° Süd | 810 kWh | +38 % | 1.676 kWh |
| Garten, 35° Süd | 815 kWh | +39 % | 1.675 kWh |
| Garten, 30° Ost-West geteilt | 654 kWh | +11 % | 1.546 kWh |
| Gartenhaus, Pultdach 10° Süd | 742 kWh | +26 % | 1.619 kWh |
| Gartenhaus, Pultdach 10° Ost | 681 kWh | +16 % | 1.529 kWh |
| Gartenhaus, Pultdach 10° West | 675 kWh | +15 % | 1.527 kWh |
| Gartenhaus, Pultdach 10° Nord | 611 kWh | +4 % | 1.434 kWh |
| Gartenhaus, Satteldach 25° Süd | 799 kWh | +36 % | 1.673 kWh |
| Gartenhaus, Satteldach 25° Nord | 498 kWh | −15 % | 1.233 kWh |
| Gartenhaus, Satteldach 25° Ost-West geteilt | 661 kWh | +12 % | 1.544 kWh |
Der Garten schlägt jede Wand. Mit 30 Grad nach Süden liefert ein Bodengestell 810 kWh, 221 kWh mehr als dieselben Module an der Südwand. Schon 20 Grad bringen ein Drittel mehr. Ob 30 oder 35 Grad, macht im Jahr 6 kWh aus; die Neigung darf sich also nach dem Gestell richten, nicht umgekehrt.
An der Wand zählt die Himmelsrichtung mehr als auf dem Dach. An der senkrechten Wand kostet Ost statt Süd 29 Prozent des Ertrags, West 31 Prozent. Auf einem Ziegeldach mit 40 Grad sind es für die Ostseite 21 Prozent (644 gegen 817 kWh, gerechnet in Balkonkraftwerk auf dem Flachdach). Der Grund ist schlicht: Eine Ostwand bekommt nach dem höchsten Sonnenstand keine direkte Sonne mehr, eine Westwand erst danach. Die Nordwand liefert 152 kWh, gut ein Viertel der Südwand. Sie ist der einzige Ort am Haus, an dem ein Modul vor allem Schatten sammelt. Eine Wand, die nach Südost oder Südwest zeigt, kostet dagegen wenig: 5 bis 9 Prozent. Warum eine senkrechte Südfläche im Winter sogar aufholt, steht in 90 Grad senkrecht.
Ein paar Grad Aufstellwinkel holen an der Südwand viel heraus. Eine Wandhalterung, die das Modul unten von der Wand abstellt, bringt mit 80 Grad Neigung 14 Prozent mehr, mit 70 Grad 24 Prozent und mit 60 Grad 32 Prozent, also 778 kWh. Mit 2.000 Wp schrumpft der Gewinn von 60 Grad auf 21 Prozent, weil der Wechselrichter die höheren Mittagsspitzen der geneigten Fläche bei 800 Watt kappt. Wie die Kappung zustande kommt, ist in Balkonkraftwerk 2.000 Watt gerechnet.
Ein flaches Gartenhausdach, das nach Norden fällt, ist kein Verlust. Ein Pultdach mit 10 Grad Nordneigung liefert 611 kWh und damit mehr als die senkrechte Südwand. Erst steilere Nordseiten fallen ab: 25 Grad Nord kommen auf 498 kWh. Ein Satteldach, auf dessen Ost- und Westseite je ein Modul liegt, kommt auf 661 kWh.
Mit 2.000 Wp holt die Teilung auf. Auf einem Ost-West-Gestell im Garten kappt der Wechselrichter 5,4 Prozent des Ertrags, auf dem Südgestell 17,2 Prozent. Die Teilung kommt so auf 1.546 kWh und damit auf 92 Prozent des Südgestells; mit 800 Wp sind es nur 81 Prozent. Wann die Verteilung über den Tag den Eigenverbrauch hebt, steht in Ost-West oder Süd.
Warum dann nicht einfach alles in den Garten? Weil der Garten zwei Gegner hat, die weder Balkon noch Dach kennen: den Zaun im Süden und den Weg zur Steckdose.
Balkonkraftwerk im Garten aufstellen: Gestell, Ballast oder Erdanker
Ein Steckersolargerät darf in den Garten, und es bleibt dort dasselbe Gerät. Die Normauslegung der DKE zur Produktnorm DIN VDE V 0126-95 nennt den Garten ausdrücklich: Ein Steckersolargerät „für Balkon, Terrasse oder Garten“ funktioniere technisch nach dem gleichen Prinzip wie eine Photovoltaikanlage für das Hausdach.
Das Gestell muss für den Boden nachgewiesen sein. Die Produktnorm verpflichtet den Hersteller zu konkreten Angaben über mögliche Montageorte und Montagearten, und die statische Eignung ist „für alle angegebenen Montagearten nachzuweisen“. Ein Set, dessen Anleitung nur Brüstung und Wand kennt, ist für das Bodengestell nicht nachgewiesen. Auch im Garten muss das Montagesystem für die am Aufstellort zu erwartenden Wind- und Schneelasten ausgelegt sein.
Ballast oder Anker. Gegen den Wind hält ein Bodengestell auf zwei Arten: durch Masse, die auf dem Gestell liegt, oder durch Anker, die im Erdreich sitzen. Ballast funktioniert wie auf dem Flachdach, und warum seine Menge aus dem Herstellernachweis kommt und nicht aus dem Baumarkt, ist in Balkonkraftwerk auf dem Flachdach vorgerechnet. Anker sparen das Gewicht, setzen aber einen Boden voraus, der sie hält. Welche Lösung zum Gestell gehört, steht in dessen Montageanleitung.
Der Weg zur Steckdose. Ein Steckersolargerät arbeitet mit einem netzgekoppelten Wechselrichter. Wird das Gerät von der Steckdose getrennt, muss der Wechselrichter nach der Produktnorm innerhalb von 100 Millisekunden abschalten; ohne Steckdose liefert es also nichts. Die Anschlussleitung muss mindestens 5 Meter lang sein. Eine Verlängerung ist nur zulässig, wenn der Hersteller sie für das Gerät zugelassen hat, eine Mehrfachsteckdose gar nicht. Fehlt im Garten eine Außensteckdose in Reichweite, wird sie Teil der Hausinstallation, und einbauen dürfen sie nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung außer dem Netzbetreiber nur Installationsbetriebe, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Was sonst für den Anschluss gilt, steht in Balkonkraftwerk anschließen.
Im Garten ist die Steckdose die Halterung, an die beim Kauf niemand denkt.
Wie viel Abstand braucht ein Balkonkraftwerk im Garten zu Zaun, Hecke und Grenze?
Zum Zaun so viel, dass seine Oberkante, von der Modulmitte aus gesehen, nicht höher als etwa 15 Grad über dem Horizont steht. Dann kostet er im Modell 2 bis 3 Prozent des Ertrags. Ein 1,80 Meter hoher Zaun zwei Meter vor dem Modul kostet 15 Prozent. Zur Grundstücksgrenze verlangt die Musterbauordnung für ein niedriges Bodengestell keinen Abstand.
| Hindernis im Süden | Abstand zum Modul | Oberkante, von der Modulmitte gesehen | Ertrag 800 Wp | Verlust |
|---|---|---|---|---|
| ohne Hindernis | – | – | 810 kWh | – |
| Zaun 1,20 m | 2 m | 19° | 763 kWh | −5,8 % |
| Zaun 1,80 m | 2 m | 33° | 689 kWh | −14,9 % |
| Zaun 1,80 m | 3 m | 23° | 741 kWh | −8,5 % |
| Zaun 1,80 m | 5 m | 15° | 786 kWh | −3,0 % |
| Hecke 2,50 m | 3 m | 34° | 686 kWh | −15,3 % |
| Hecke 2,50 m | 5 m | 22° | 750 kWh | −7,3 % |
| Hecke 2,50 m | 8 m | 14° | 790 kWh | −2,4 % |
Annahmen: Modul mit 30 Grad nach Süden, seine Mitte 0,50 Meter über dem Boden, das Hindernis blickdicht und durchgehend quer zur Südrichtung, so wie ein Zaun an der Grundstücksgrenze. Mit 2.000 Wp fallen die Verluste etwas höher aus, beim 1,80-Meter-Zaun in 2 Metern Abstand 15,5 statt 14,9 Prozent.
Die Faustregel aus dieser Rechnung: Abstand mindestens das Vierfache dessen, was das Hindernis über die Modulmitte hinausragt. Ein 1,80-Meter-Zaun ragt 1,30 Meter über eine Modulmitte in 0,50 Meter Höhe; das Vierfache sind gut 5 Meter. Ein Maschendrahtzaun wirft weniger Schatten, als das Modell annimmt. Eine Hecke, die nur auf einer Teilbreite steht, ebenfalls. Was das Modell nicht abbildet, ist die Teilverschattung der unteren Zellreihe; warum sie mehr kostet, als ihre Fläche vermuten lässt, steht in Verschattung.
Zur Grenze: Die Musterbauordnung lässt niedrige Gestelle zu. Gebäudeunabhängige Solaranlagen mit einer Höhe bis zu 3 Metern und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von 9 Metern sind nach § 6 Absatz 8 in den Abstandsflächen und ohne eigene Abstandsflächen zulässig. Zusammen mit Garagen und Nebengebäuden, die dieselbe Ausnahme nutzen, dürfen es auf einem Grundstück höchstens 15 Meter sein. Nach § 61 sind solche Anlagen bis 3 Meter Höhe und 9 Meter Gesamtlänge außerdem verfahrensfrei. Bayern übernimmt beide Grenzen (Art. 6 und Art. 57 BayBO). Verbindlich ist die Landesbauordnung des eigenen Landes, und ein Bebauungsplan oder eine örtliche Satzung über Standort und Größe von Solaranlagen kann mehr regeln.
Balkonkraftwerk auf dem Gartenhaus: Dach, Strom und Brandwand
Auf dem flachen Dach eines Gartenhauses gilt, was auf jedem Flachdach gilt: Aufständerung mit Ballast nach Herstellernachweis, je nach Material der Dachhaut eine Schutzlage, Abstand zum Rand. Die Einzelheiten stehen in Balkonkraftwerk auf dem Flachdach. Auf einem geneigten Gartenhausdach wird das Gestell durch die Dachhaut hindurch in der Dachkonstruktion befestigt, und die Durchdringung muss danach dicht sein.
Trägt das Dach? Ballast ist eine Dauerlast, die zu Schnee und Wind hinzukommt. Ob das Dach eines Gartenhauses sie trägt, beantwortet der Hersteller des Gartenhauses oder ein Tragwerksplaner. Ohne diese Angabe ist jede Ballastmenge geraten.
Strom im Gartenhaus. Ein Steckersolargerät wird an einen bestehenden Haushaltsstromkreis angeschlossen; die DKE nennt genau das als einen der wesentlichen Unterschiede zur großen Photovoltaikanlage. Das Gartenhaus braucht also eine Steckdose, die an der Installation des Hauses hängt. Führt noch keine Leitung hinüber, ist sie eine Erweiterung der Hausinstallation und Arbeit für einen eingetragenen Installationsbetrieb (§ 13 NAV).
Ein Haushalt, ein Gerät. Die Produktnorm verlangt am Stecker den Hinweis, dass nur ein Steckersolargerät pro Haushalt angeschlossen werden darf. Wer am Balkon schon eines betreibt, schließt im Gartenhaus kein zweites an. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz lässt mehrere Geräte zu, zählt sie aber zusammen: Die vereinfachten Regeln gelten für ein oder mehrere Steckersolargeräte hinter derselben Entnahmestelle mit insgesamt bis zu 2 Kilowatt installierter Leistung und insgesamt bis zu 800 Voltampere Wechselrichterleistung (§ 8 Absatz 5a EEG). Wer mehr Fläche belegen will, braucht ein Gerät, dessen Hersteller die zusätzlichen Module vorsieht: DC-Steckverbinder dürfen nach der Produktnorm nur von gleichem Hersteller und Typ zusammengesteckt werden, und oberhalb von 960 Wp reicht der Schuko-Stecker nicht mehr, wie Balkonkraftwerk anschließen erklärt.
Keine Brandwand, kein Brandwand-Abstand. Steht ein Gebäude an der Grundstücksgrenze oder näher als 2,50 Meter daran, verlangt die Musterbauordnung als Abschlusswand eine Brandwand oder eine Wand, die an ihrer Stelle zulässig ist, es sei denn, ein Abstand von mindestens 5 Metern zu Nachbargebäuden ist gesichert. Ausgenommen sind Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit höchstens 50 Kubikmetern Brutto-Rauminhalt (§ 30). Ein Gartenhaus mit 3 × 3 Metern Grundfläche und 2,20 Metern mittlerer Höhe hat knapp 20 Kubikmeter. Die Abstände von 0,50 und 1,25 Metern, die § 32 Absatz 5 für Module auf Dächern verlangt, werden von Brandwänden aus gemessen. Wo das Gartenhaus keine braucht, entstehen sie durch das Gartenhaus nicht. Es bleibt die allgemeine Regel aus § 32 Absatz 5 Satz 1: Solaranlagen sind so anzuordnen, dass Feuer nicht auf andere Gebäudeteile und Nachbargrundstücke übertragen werden kann. Wird das Gartenhaus zum Arbeitszimmer ausgebaut, kann es zum Aufenthaltsraum werden, also zu einem Raum „zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen“ (§ 2 Absatz 5), und dann fällt die Ausnahme weg.
Balkonkraftwerk im Kleingarten
Im Kleingarten ist eine Laube „in einfacher Ausführung mit höchstens 24 Quadratmetern Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz“ zulässig, und sie darf nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein (§ 3 Absatz 2 Bundeskleingartengesetz). Ein Verbot von Solarmodulen enthält das Gesetz nicht. Die eigentliche Hürde ist technisch: Ein Steckersolargerät braucht den Endstromkreis eines Letztverbrauchers, so definiert es § 3 Nr. 43 EEG, und sein Wechselrichter schaltet ohne Netz ab. Ob die Parzelle einen Stromanschluss hat und was der Verein auf der Laube erlaubt, steht im Pachtvertrag und in der Gartenordnung der Anlage. Eine Inselanlage mit eigenem Akku, die nicht ans Netz geht, ist ein anderes Gerät und nicht Thema dieser Seite.
Balkonkraftwerk an der Hauswand: Wandmontage und Fassade
An der Hauswand hängt das Modul an Halterungen, die im tragenden Untergrund verankert werden. Bei einer gedämmten Fassade muss die Verankerung durch die Dämmung hindurch ins Mauerwerk reichen, und die Durchdringung muss dicht sein. Das gehört zu einem Fachbetrieb und steht ausführlicher in Halterung für das Balkonkraftwerk. Diese Seite ergänzt, was die Halterungsfrage offenlässt: wie weit ein angestelltes Modul vor der Wand steht und was das Baurecht an der Fassade verlangt.
Wie weit das Modul vorsteht, ist Geometrie. Eine Wandhalterung mit Aufstellwinkel stellt die Unterkante des Moduls von der Wand ab. Wie weit, folgt aus der Länge der abgestellten Modulseite mal dem Kosinus der Neigung, für ein Modul von 1,76 × 1,13 Metern:
| Neigung | Ertrag 800 Wp, Süd | Unterkante vor der Wand, Querformat (1,13 m) | Hochformat (1,76 m) |
|---|---|---|---|
| 90° (flach an der Wand) | 589 kWh | nur Halterung und Rahmen | nur Halterung und Rahmen |
| 80° | 670 kWh | 20 cm | 31 cm |
| 70° | 732 kWh | 39 cm | 60 cm |
| 60° | 778 kWh | 57 cm | 88 cm |
Dazu kommt die Bautiefe der Halterung. Jede Zeile mehr Ertrag ist eine Zeile mehr Modul vor der Fassade, und nahe der Grundstücksgrenze hat das Folgen.
Nah an der Grenze können daraus Abstandsflächen werden. Nach § 6 Absatz 7 der Musterbauordnung bleiben Solaranlagen an bestehenden Gebäuden bei der Bemessung der Abstandsflächen außer Betracht, wenn sie nicht stärker als 0,25 Meter sind und mindestens 2,50 Meter von der Nachbargrenze zurückbleiben. Ein Modul im Querformat, auf 70 Grad angestellt, steht schon mit seiner Unterkante 39 Zentimeter vor der Wand; ob dieses Maß als Stärke im Sinne der Vorschrift zählt, regelt die Musterbauordnung nicht ausdrücklich. Die Länder haben diese Regel nicht einheitlich übernommen: Bayern nennt an der entsprechenden Stelle nur Maßnahmen zur Energieeinsparung, mit bis zu 0,30 Metern. Steht die Wand nah an der Nachbargrenze, klärt eine Anfrage bei der Bauaufsicht vor dem Kauf, ob ein angestelltes Modul dort zulässig ist.
Brandschutz an der Fassade. Die Musterbauordnung verlangt schwerentflammbare Solaranlagen an Außenwänden erst, wenn sie mehr als zwei Geschosse überbrücken (§ 28 Absatz 3), und bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 gar nicht (§ 28 Absatz 5). Dazu zählen alle Gebäude, bei denen der Fußboden des obersten Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, im Mittel höchstens 7 Meter über dem Gelände liegt.
Verfahrensfrei, aber nicht regelfrei. Solaranlagen „in, an und auf Dach- und Außenwandflächen“ sind nach § 61 der Musterbauordnung verfahrensfrei, ausgenommen bei Hochhäusern. Die Anforderungen des öffentlichen Rechts gelten trotzdem (§ 59 Absatz 2). Eine örtliche Satzung über Standort und Größe von Solaranlagen kann mehr verlangen, und für Baudenkmäler gilt zusätzlich das Denkmalschutzrecht des Landes.
Die Fassade ist die Montagefläche, die die ganze Straße sieht. Auch das Wohnungseigentumsgesetz knüpft daran an, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Braucht ein Balkonkraftwerk im Garten oder an der Wand eine Genehmigung?
Baurechtlich nach der Musterbauordnung nicht, solange das Gestell im Garten höchstens 3 Meter hoch und 9 Meter lang ist und das Haus kein Hochhaus ist. Energierechtlich bleibt es ein Steckersolargerät. Und ob jemand zustimmen muss, hängt davon ab, wem Garten, Gartenhaus oder Wand gehören.
- Energierecht: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz definiert ein Steckersolargerät über seine Bestandteile, also Solaranlage, Wechselrichter, Anschlussleitung und Stecker, und nicht über den Montageort (§ 3 Nr. 43 EEG). Die vereinfachten Regeln gelten bis 2 Kilowatt und 800 Voltampere (§ 8 Absatz 5a EEG), im Garten wie an der Wand. Die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt Pflicht: Schritt-für-Schritt-Anleitung. Den Netzanschluss und die zulässige Scheinleistung des Wechselrichters regelt die VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105; mehr dazu in 800-VA-Wechselrichter.
- Bauordnung: Nach § 61 der Musterbauordnung verfahrensfrei sind Solaranlagen an Dach- und Außenwandflächen (außer bei Hochhäusern) und gebäudeunabhängige Solaranlagen bis 3 Meter Höhe und 9 Meter Gesamtlänge. Verbindlich ist die Landesbauordnung.
- Mietwohnung: § 554 BGB gibt Mietern einen Anspruch darauf, dass der Vermieter bauliche Veränderungen „der Mietsache“ erlaubt, die der Stromerzeugung durch Steckersolargeräte dienen. Ob Garten oder Gartenhaus zur Mietsache gehören, ergibt sich aus dem Mietvertrag.
- Eigentumswohnung: Jeder Eigentümer kann nach § 20 Absatz 2 Nr. 5 WEG angemessene bauliche Veränderungen für Steckersolargeräte verlangen; über die Durchführung beschließt die Gemeinschaft. Bestandteile, deren Veränderung die äußere Gestaltung des Gebäudes verändert, können nach § 5 Absatz 1 WEG nicht Sondereigentum sein, die Fassade also auch nicht. Ob das Sondereigentum auf einen Teil des Gartens erstreckt ist – § 3 Absatz 2 WEG lässt das zu –, ergibt sich aus der Teilung und ihrem Aufteilungsplan.
Wie Mieter und Eigentümer die Zustimmung einholen und wann sie verweigert werden darf, steht in Balkonkraftwerk als Mieter.
Vor dem Kauf: fünf Fragen an Garten, Gartenhaus und Wand
- Gibt es eine Steckdose in Reichweite? 5 Meter Anschlussleitung sind Pflicht, eine Verlängerung nur mit Freigabe des Herstellers, eine Mehrfachsteckdose nie. Eine neue Außensteckdose setzt ein eingetragener Installationsbetrieb.
- Sieht die Montageanleitung genau diesen Ort vor? Bodengestell, Gartenhausdach und Wandhalterung sind drei verschiedene Montagearten, und der statische Nachweis muss die gewählte enthalten.
- Was steht im Süden? Zaun oder Hecke kosten 2 bis 3 Prozent, wenn der Abstand das Vierfache ihres Überstands über die Modulmitte erreicht, und rund 15 Prozent, wenn ein 1,80-Meter-Zaun zwei Meter vor dem Modul steht.
- Welche Himmelsrichtung hat die Wand, und wie weit darf das Modul vor ihr stehen? Ost und West kosten an der Wand knapp ein Drittel, Nord drei Viertel; ein Aufstellwinkel bringt Ertrag und rückt das Modul von der Wand ab.
- Läuft schon ein Gerät am Balkon? Pro Haushalt darf ein Steckersolargerät angeschlossen werden. Weitere Module gehören an dasselbe Gerät und nur, wenn dessen Hersteller sie vorsieht: insgesamt bis 2.000 Wp und 800 VA, oberhalb von 960 Wp mit Energiesteckvorrichtung statt Schuko.
Was die eigene Neigung und Ausrichtung bringt, rechnet der Rechner für 24 Städte mit denselben Strahlungsdaten durch: Neigung eintragen, Ausrichtung wählen, vergleichen. Zaun und Hecke kennt er nicht; dafür steht die Tabelle oben. Wie viel ein Modul senkrecht oder mit 35 Grad in jeder der 24 Städte liefert, zeigt die Ertragstabelle nach Stadt.
So ist gerechnet worden
Grundlage ist das Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) 5.3 der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission mit der Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3. Abgerufen wurden Stundenwerte der Systemleistung für den Referenzstandort Berlin (52,52° N / 13,41° O) und die Jahre 2019 bis 2023, Systemverluste 14 Prozent, kristalline Module, Montageart „gebäudeintegriert“ wie im Rechner dieser Seite, Horizont aus dem Geländemodell. Auf jede Stunde wurde eine harte Begrenzung bei 800 W angewendet und über die fünf Jahre gemittelt. Geteilte Ausrichtungen sind als zwei Hälften mit je der halben Modulleistung gerechnet, die auf denselben Wechselrichter arbeiten.
Zaun und Hecke sind als eigener Horizont eingegeben, den PVGIS als Liste von Höhenwinkeln annimmt: 36 Werte im Abstand von 10 Grad, im Uhrzeigersinn von Norden. Für ein gerades, durchgehendes Hindernis im Abstand d, das um h über die Modulmitte hinausragt, ist der Winkel in jeder Richtung arctan(h · cos φ / d), wobei φ die Abweichung von Süden ist; nach Osten und Westen fällt er auf null. Die Vergleichsrechnung ohne Hindernis mit einem flachen eigenen Horizont liefert dieselben 810 kWh wie der Horizont aus dem Geländemodell.
Was das Modell nicht abbildet:
- Die bessere Hinterlüftung. Ein Modul auf einem freien Bodengestell wird kühler und liefert etwas mehr. Mit der PVGIS-Montageart „frei stehend“ liegen die Gartenwerte zwischen 20 und 35 Grad 3,3 bis 3,5 Prozent höher. Diese Seite rechnet trotzdem mit der Einstellung des Rechners, damit sich jede Zahl für eine einzelne Ausrichtung ohne Hindernis dort nachstellen lässt.
- Teilverschattung. Das Modell sieht das Modul als Punkt in Höhe seiner Mitte. Schatten, der nur die untere Zellreihe trifft, fehlt darin.
- Schnee, der auf einem flach geneigten Gestell im Garten länger liegen kann als an der Wand.
Die Abfrage lässt sich mit der öffentlichen PVGIS-Schnittstelle wiederholen (api/v5_3/seriescalc, Parameter lat=52.52, lon=13.405, angle, aspect, peakpower, loss=14, mountingplace=building, pvcalculation=1, startyear=2019, endyear=2023, für Zaun und Hecke zusätzlich usehorizon=1 und userhorizon). Die Einordnung in die Gesamtplanung steht in Balkonkraftwerk planen.
Hinweis: Dieser Beitrag informiert neutral über Technik und Regelwerk und ersetzt weder eine Fachfirma noch eine Tragwerksplanung, eine Auskunft der Bauaufsicht oder eine Rechtsberatung. Ob eine konkrete Wand, ein Gartenhausdach oder ein Gestell ein Balkonkraftwerk tragen kann, lässt sich nur vor Ort beurteilen. Es werden keine Geräte verkauft, keine Kaufempfehlungen ausgesprochen und keine personenbezogenen Daten erhoben.